Foto: NABU Rolf Jürgens

Schwalbenfreundliches Haus

 

 

 

Hausbesitzer können sich und ihr Heim auszeichnen lassen

 

 

 

„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ warnt ein bekanntes Sprichwort. Noch trüber dürfte die Vorstellung ausfallen, wenn sich keine Schwalbe mehr am heimischen Sommerhimmel mehr zeigen würde. Ohne schwarz malen zu wollen, steuern die Sommerboten allerdings in einigen Gegenden Baden–Württembergs auf einem dramatischen Kurs. Mehl- und auch Rauchschwalbe, die einst so typischen Begleiter des Menschen, wurden mit ihren Beständen für Baden-Württemberg in der aktuellen Roten Liste als gefährdet eingestuft. Eine Ursache für den Rückgang der Schwalbenpopulation sind der Verlust und die Zerstörung von Nestern und Nistmöglichkeiten. Diesem Trend sieht der NABU natürlich nicht tatenlos zu. Vielerorts laufen schon länger einzelne Hilfsmaßnahmen für diese Arten. In diesem Jahr kommt eine weitere Aktion hinzu: Der NABU möchte nämlich ein positives Zeichen setzen und die Menschen und Häuser auszeichnen, bei und an denen die Glücksbringer willkommen sind.

Sie haben ein Haus, eine Ferienunterkunft, ein Hotel oder sonstiges Gebäude und

* dulden Schwalben an ihren Wänden?
* akzeptieren das Brutgeschehen der Sommerboten?
* fördern es sogar durch das Aufhängen von Nisthilfen?
* und die Anlage einer Lehmpfütze?

Dann sind Sie unser Kandidat für die Auszeichnung "Schwalbenfreundliches Haus". Melden Sie sich einfach bei Ihrer NABU-Gruppe vor Ort und teilen Sie uns mit, warum Sie die Kriterien eines schwalbenfreundlichen Hauses erfüllen

 

 

 

Warum vergibt der NABU dieses Zertifikat?

Die an Hausfassaden nistenden Mehlschwalben wie auch die in Ställen, Carports oder Schuppen nistenden Rauchschwalben sind hierzulande in ihren Beständen gefährdet. Eine der Hauptursachen dafür ist die mutwillige Beseitigung von Nestern oder die gezielte Störung der Vögel beim Bau der Nester durch den Menschen. Dabei gibt es für das Problem der verschmutzten Hauswände eine ganz simple Lösung. Ein einfaches Brettchen, das unterhalb des Nestes angeschraubt wird, fängt den Schwalbendreck auf. Das Sauberkeitsempfinden der Besitzer, Gäste und Nachbarn ist also keine Ausrede mehr. Im Gegenteil: Umfragen in Tourismusregionen haben gezeigt, dass Urlauber das Vorkommen der wendigen Flugkünstler begrüßen und so genannte Vergrämungsmaßnahmen wie Drähte, Seile oder Flatterbänder dagegen als abstoßend empfinden.

Wie profitieren schwalbenfreundliche Häuser von dieser Auszeichnung?

Der NABU möchte Hausbesitzer dafür belohnen, dass sie die Schwalben an ihren Gebäuden brüten lassen. Für Hotels, Pensionen und Restaurants, die auch die Geflügelten Sommerboten an ihren vier Wänden willkommen heißen, möchten wir einen positiven Anreiz schaffen, in dem dies sichtbar für alle seine Wertschätzung erfährt. Die Durchführung des Projektes erfolgt mit unseren NABU-Aktiven vor Ort. Alle schwalbenfreundlichen Hotels, Cafés oder Ferienunterkünfte werden auf Wunsch vom NABU Ostfildern-Nellingen  auf der Internetseite veröffentlicht. So können sich interessierte Urlauber ganz leicht über schwalbenfreundliche Unterkünfte informieren.

 

 

NABU Ostfildern-Nellingen

Ansprechpartner: Nina Kurz

Tel: 0179 / 240 96 31

 

Email: schwalben@nabu-ostfildern.de

 

Warum Schwalbenschutz?

Gefahren und Hilfsmöglichkeiten für Schwalben

 

 

 

Noch kennt sie jeder, die Flugkünstler, die das Ende des Winters verkünden. Jahrhunderte lang gehörten sie ganz selbstverständlich in jedes Dorf, auf jeden Bauernhof und auch in jede Stadt. Ihre fliegerischen Darbietungen dienen der Nahrungssuche. Schwalben ernähren sich von fliegenden Insekten und im Luftstrom treibenden Spinnen, die sie im Flug erbeuten.

Schwalben sind ausgeprägte Zugvögel. Dieser Eigenschaft verdanken sie ihren Ruf als Sommerboten. Die kalte Jahreszeit verbringen sie in Afrika. Im April kommen sie zum Brüten zu uns und im Oktober sammeln sie sich, um wieder gen Süden zu ziehen. Mehl- und Rauchschwalben haben sich als so genannte „Kulturfolger“ an eine vom Menschen geprägte Umgebung angepasst. Sie tauschten ihre ursprünglichen Brutplätze an felsigen Steilküsten gegen einen Platz im Stall oder an der Hauswand ein. Somit blieb den Menschen ihre jährliche Rückkehr nicht verborgen. Dass Schwalben immer wieder willkommen waren, zeigt das Sprichwort „Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren“.

 

 

 

Doch inzwischen sind sie trotz ihrer Anpassung an den Menschen zu Sorgenkindern des Naturschutzes geworden, denn flächendeckend gehen die Schwalbenbestände schon seit Jahren zurück. Die Intensivierung der Landwirtschaft, zunehmende Hygieneanforderungen, die starke Versiegelung der Landschaft und die Sanierung vieler Gebäude machen ihnen zu schaffen. Als Folge davon fehlen genügend Brutmöglichkeiten und die Nahrungsgrundlage geht zurück. "Die Hauptgründe für den Rückgang unserer Schwalben“, weiß Bernd Bluthardt von der NABU Gruppe Ostfildern-Nellingen. Während Hausbesitzer oft ohne Kenntnis der Rechtslage bei einer Haussanierung die Nester der Mehlschwalben zerstörten, verschlössen besorgte Landwirte den Rauchschwalben ihre Ställe, um EU-Hygieneanforderungen gerecht zu werden.

 

 

 

"Die Nester der kleinen Koloniebrüter sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz allerdings geschützt und dürfen grundsätzlich nicht beschädigt oder abgeschlagen werden. Auch der Zugang zu bestehenden und genutzten Nestern darf nicht versperrt werden", erklärt Apel. Traurige Konsequenz der sich ständig verschlechternden Lebensbedingungen: In der kürzlich veröffentlichten neuen Roten Liste der Brutvögel Baden-Württembergs ist nun auch die Mehlschwalbe als gefährdet eingestuft. Das gilt für die Rauchschwalbe schon länger. Die dritte in Baden-Württemberg heimische Schwalbenart, die Uferschwalbe, steht auf der Vorwarnliste.

Noch freuen wir uns über die Rückkehr der Schwalben, die endlich den Sommer verkünden. Doch was, wenn bald gar keine Schwalben mehr am Baden-Württembergischen Sommerhimmel fliegen? Wer das Glück wieder ans Haus holen möchte, der kann auf einfache Weise helfen. 

 

Melden Sie sich unter: schwalben@nabu-ostfildern.de

 

 

 

Wohnungsrenovierung für Schwalben

 

Im Frühjahr machen sich die Schwalben auf ihren beschwerlichen Weg aus dem Süden zu uns um sich zu paaren und ihre Jungen großzuziehen. Früher galten Schwalben als Boten des Glücks, die das Haus vor Feuer und Blitz sowie das Vieh im Stall vor Krankheiten bewahrten. Als Kulturfolger fühlen sie sich in einer von Menschen geprägten Umgebung wohl. Sie brüten gerne in großen Kolonien. Leider gehen die Bestände seit Jahren zurück. Wesentliche Ursachen hierfür sind fehlende Nistmöglichkeiten und ein Mangel an geeignetem Material für den Nestbau. Auch der Rückgang der Insektenpopulation spielt eine große Rolle.

 

Wir vom NABU Ostfildern unterstützen die beliebten Vögel daher gerne. In Nellingen, Denkendorf, Scharnhausen und Neuhausen haben wir ca. 220 Schwalbennester unter Dächern und Vorsprüngen angebracht, von denen im letzten Jahr über 80 belegt waren. Die Zahl der belegten Nester steigt stetig, woran wir erkennen, dass es sich lohnt den Schwalben die Nester zur Verfügung zu stellen. Meist im April gehen wir mit zwei Trupps zu einer Säuberungsaktion los. Einer ist unterwegs mit Leitern, um die tiefer gelegenen Nester in Angriff zu nehmen. Der zweite ist mit dem Hubsteiger unterwegs, um an die teils sehr hoch gelegenen Behausungen zu kommen. Entfernt wird der Kot, sowie die spärliche Polsterung, nicht ausgebrütete Eier und manchmal leider auch tote Bruten. Darüber hinaus werden die Nester von Ungeziefer befreit.

 

Viele Hausbesitzer scheuen sich davor, Schwalbennester an Ihre Häuser anbringen zu lassen, weil sie sich am Kot an den Fassaden und am Boden stören. Dieses Problem kann man ganz einfach beheben. An allen unseren Nestern sind Kotbretter unterhalb angebracht, auf denen alles landet, was die Vögel aus ihrem Nest werfen, so dass nichts auf der Fassade oder dem Boden landet.

 

Wir freuen uns, wenn auch Sie Interesse daran haben an Ihrem Haus ein paar Schwalben Zu beherbergen.

 

Für Helfer wären wir auch dankbar. Das Datum der Putzaktion steht in unserem Jahresprogramm und wird auch im Amtsblatt veröffentlicht.

 

Gerne können Sie mit uns Kontakt aufnehmen: schwalben@nabu-ostfildern.de

 

 

 

aktuelle termine

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Am 13.10. findet unsere Wanderung statt. Näheres siehe Unsere Termine

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Am 27.10. bäckt unsere Kindergruppe auf der Kirbe Waffeln

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