Tagebuch eines Steinkauzes

Liebe Leser,

 

darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Athene Noctua. Auf Deutsch der Steinkauz. Ich bin ca. 22 cm groß, habe knallgelbe Augen und lebe hier in Ostfildern Nellingen auf den Streuobstwiesen. Normalerweise würde ich in hohlen Bäumen leben, doch die werden immer rarer. Deswegen haben ein paar Leute vom NABU Niströhren für uns aufgehängt. Das ist wirklich nett von denen auch wenn sie ein paar mal im Jahr bei uns vorbeischauen.

Von den Erlebnissen mit den Menschen möchte ich euch hier erzählen.

 

 

 


Im März stand der erste Besuch des Nabu Teams an. Dabei wurden auch wirklich alle 25 Röhren kontrolliert. Meist ist es relativ einfach zu entdecken, ob wir Käuze und in den Röhren aufhalten oder nicht. Vor den bewohnten Röhren findet man keine Spinnenweben und wir tragen auch kein Material, wie Stroh ein, wie das die Stare zum Beispiel machen.

 

Nein unsere Röhren erkennt man entweder am Geruch oder an den toten Mäusen oder an der Kuhle, die wir in das vorhanden Material gruben oder am besten, wenn wir uns sogar drinnen aufhalten.

 

Bei meiner Röhre war es auch so. Als das Auto in der Nähe hielt und dann die Leiter auf an den Baum angelegt wurde, wusste ich bereits, dass dieses Jahr die erste Kontrolle ansteht.

 

Aber nun gut, da die Nabu Leute mich hier umsonst wohnen lassen, lasse ich die Kontrolle einfach über mich ergehen. Als ich entdeckt wurde, öffneten Sie die Röhre und nahmen mich heraus. Dadurch, dass ich bereits einen Ring trage wurde dieser nur abgelesen und notiert. Danach setzten sie mich wieder rein und ich konnte diesen kalten, feuchten Tag in meiner Röhre genießen.

 

 

 

Eine Woche später wollten die NABU Leute unbedingt noch mal nachschauen, ob wir immer noch in der Röhre wohnten. Leider hatten sie dieses Mal echt Pech. Das Wetter war viel zu schön, nach den verregneten Tagen, um in der Höhle zu bleiben. Deshalb war ich und auch alle anderen meiner Art heute außer Haus unterwegs. Naja das nächste Mal kommt bestimmt, schließlich habe ich jetzt endlich meine Partnerin gefunden und die muss ich euch unbedingt mal vorstellen. Ab jetzt heißt es ran an den Speck – schließlich möchte ich meine Gene ja weit streuen.

 

 

Mitte Mai kamen sie dann wieder um mal nach uns zu schauen. Ich kann euch sagen die letzten Wochen waren ganz schön heiß. Meine Angebetet und ich waren ziemlich aktiv – sie ist aber auch wirklich süß! Und es wäre doch zu schade, wenn die große Röhre nur durch uns besetzt wäre, mal abgesehen von den Spinnen, Flöhen und Fliegen!

 

 Auch wenn einige der Röhren durch andere Vögel besetzt sind (der Star nistet sich sehr häufig bei uns ein), scheinen die Nabu Leute doch sehr zufrieden zu sein. Als sie an meiner Röhre ankamen, hatten sie bereits 4 Röhren entdeckt in denen Eier oder brütende Weibchen zu finden waren. Tja und was soll ich sagen, auch meine Bemühungen der letzten Wochen haben sich bezahlt gemacht. Meine Frau saß auch auf den Eiern und hält sie warm. Die Freude bei den NABU Leuten war groß und wir sind ja nicht die letzte Röhre auf Ihrer Liste. Später habe ich vernommen, dass auch noch 3 weitere Röhren entweder mit Eiern oder sogar schon mit Jungvögeln nach mir belegt sind. Tja das scheint ein gutes Jahr für uns Steinkäuze zu werden!

 

 

Bei der nächsten Kontrolle wurden erst mal nur die Röhren kontrolliert, wo letztes Mal bereits Jungtiere zu sehen waren. Das heißt meine Frau und ich waren erst mal aus der Sache raus und konnten uns auf das Brüten konzentrieren. Aber es gab auch eine traurige Nachricht. Ein Gelege war verloren. Aber das Nabu Team gibt die Hoffnung nicht auf – vielleicht gibt es ja eine Zweitbrut.

 

 

Für Anfang Juni war bei meinen Artgenossen, deren Jungtiere schon mindestens 2 Wochen alt waren, die erste Beringung angesetzt. Das war vielleicht aufregend. Denn unter dem normalen Team waren auch 4 Kinder dabei. Die freuen sich natürlich immer unseren kleinen, knuffigen Nachwuchs zu sehen. Also wurden an besagtem Tag die 2 erwarteten Bruten mit je 3 Jungtieren beringt. Doch danach wollte das NABU Team auch wissen, wie es mit den restlichen Bruten aussah und so unternahmen sie noch eine Kontrollfahrt zu den restlichen Höhlen. Diese Fahrt stand voller Überraschungen. In einer Röhre meines Artgenossen waren die Jungtiere sogar schon größer, als die der davor beringten. Die Mama muss die Kleinen damals wirklich sehr gut versteckt haben, denn die NABU Leute hatten damals noch keine Jungtiere gesehen, sondern nur vermutet, dass die Mama am Brüten ist. Tja eine traurige Nachricht gab es auch hier. Es wurde eine weitere aufgegebene Brut und ein toter Jungvogel entdeckt. Sehr schade, aber manchmal ist es auch für uns Eltern nicht leicht, wenn zum Beispiel der Marder vorbei schaut. Da geht es dann auch um das eigene Überleben.

 

Aber nun wieder zu den schönen Nachrichten. Bei meiner Röhre kamen die NABU’ler als letztes an. Und nun konnte ich Ihnen endlich meine kleine Familie vorstellen. Meine Kinder sind gerade mal 1-2 Tage alt gewesen. Da haben sie vielleicht geschaut.

 

Ich bin schon sehr gespannt, was meine Kinder wohl für Ringnummern erhalten werden?

Seit ihr bei der öffentlichen Beringung mit dabei?

 

Um den Termin für die öffentliche Beringung anzusetzen, kamen die NABU'ler am Samstag, den 16. Juni noch mal bei meiner Röhre und die eines meiner Steinkauzkollegen vorbei. Sie waren schon sehr gespannt, wann sie wohl die Beringung ansetzen können.

Leider wurden Sie von großer Trauer umfasst, als sie bei der Röhre meines Kollegen ankamen. Sie fanden nur einen toten Jungvogel vor und der Rest war einfach weg! Was hier wohl passier ist? Ich kann es euch leider nicht sagen, denn ich bin gerade sehr mit der Futtersuche für meine Jungen beschäftigt.

Naja aber wie ihr schon rauslesen könnt, gibt es bei meiner Röhre immer noch positive Neuigkeiten zu berichten. Meine 3 kleinen Kinder sind schon richtig gewachsen.

Die NABU'ler beschlossen darauf hin, dass sie am nächsten Samstag Ihre Ringe erhalten sollen. Ui wie aufregend! Ob das Wetter wohl mitmachen wird? Ich bin schon sehr gespannt. Also merkt euch den 23. Juni schon jetzt in eurem Kalender vor!

Hui war da viel los bei der öffentlichen Steinkauzberingung. Fast 50 Personen - groß und klein - waren gekommen um zuzusehen, wie meine 3 Kinder Ihre Ringe bekamen. Bei strahlend schönem Wetter konnten groß und klein am 23. Juni uns Steinkäuzen ganz nahe kommen.

Meine Kinder haben übrigens die folgenden Nummern erhalten:

HF

HF

HF

 

Jetzt werde ich ihnen in Ruhe beim Erwachsenwerden zuschauen, bis sie dann in ein paar Wochen endgültig das Nest verlassen und Ihre eigenen Wege gehen. Die NABU'ler sehe ich erst im Herbst wieder, wenn meine Röhre gewartet und geputzt wird.

Bis dahin wünsche ich euch noch einen schönen Sommer!

 

Eure Steinkauz

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